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Intelligente Lichtsteuerung – die sinnvolle Ergänzung zur Lichtpunktsanierung

Intelligente Lichtsteuerung – die sinnvolle Ergänzung zur Lichtpunktsanierung

Intelligente Lichtsteuerung – die sinnvolle Ergänzung zur Lichtpunktsanierung

Wer eine Lichtpunktsanierung plant, denkt in erster Linie an die Umrüstung auf moderne LED-Leuchten. Schon allein dieser Schritt reduziert den Energieverbrauch erheblich. Doch das volle Potenzial einer Sanierung entfaltet sich erst mit intelligenter Steuerung: Präsenz- und Tageslichtsensoren, flexible Gruppierungen oder Szenensteuerung können die Einsparung deutlich steigern und zugleich den Nutzerkomfort erhöhen.

Mehrwert über den Leuchtentausch hinaus

LED-Technik spart gegenüber konventionellen Leuchtmitteln bis zu 60 %. Bereits realisierte Projekte, dass sich durch die Kombination von LED und Lichtmanagement-Systemen insgesamt Einsparungen von bis zu 80 % erreichen lassen. Auch das Thema Nachhaltigkeit profitiert: Weniger Betriebsstunden verlängern die Lebensdauer der Leuchten und verringern Wartungsaufwand und Entsorgungskosten.

 

Büroraum mit Rasterdecke und Rasterleuchten

 

Unterschiedliche Systeme für unterschiedliche Situationen

Nicht jede Sanierung erlaubt die Nachrüstung klassischer Bus-Systeme wie DALI. Oft sind im Bestand nur dreiadrige Leitungen vorhanden. Hier bieten sich Funklösungen wie Casambi (Bluetooth-Mesh) oder Zigbee an. Sie ermöglichen drahtlose Kommunikation zwischen Leuchten, Tastern und Sensoren und können ohne zusätzliche Steuerleitungen nachgerüstet werden. Viele Hersteller setzen diese Technologie bereits in ihren Serien ein.

In Gebäuden mit erweiterter Infrastruktur lohnt dagegen die Investition in drahtgebundene Systeme wie DALI-2/D4i oder die Integration in KNX und BACnet. Diese Schnittstellen sind vor allem bei größeren Objekten mit Gebäudeleittechnik vorteilhaft, da sie Monitoring und zentrale Steuerung erlauben. TRILUX bietet hier mit „LiveLink“ ein System an, das DALI- und IoT-Funktionalitäten vereint. GIRA wiederum hat Präsenzmelder und KNX-Steuergeräte im Portfolio, die sich gut in bestehende Systeme einbinden lassen.

 

Zentrale Funktionen im Überblick

  • Präsenz- und Bewegungsmelder: Vermeiden unnötigen Energieverbrauch in Fluren, Nebenräumen und Sanitärbereichen.
  • Tageslichtregelung: Passt die künstliche Beleuchtung an die vorhandene Helligkeit an und reduziert so den Energiebedarf.
  • Zonierung und Szenensteuerung: Schafft flexible Beleuchtung für verschiedene Nutzungsprofile – vom Arbeitsplatz über Besprechungen bis hin zu Präsentationen.
  • Tunable White / Human Centric Lighting: Unterstützt den Biorhythmus der Nutzer durch dynamische Anpassung von Farbtemperatur und Helligkeit.

Präsenz- und Bewegungsmelder – Effizienz durch intelligente Anwesenheitserkennung

In vielen Gebäuden brennen die Lichter, obwohl niemand anwesend ist. Präsenz- und Bewegungsmelder schaffen hier Abhilfe. Sie erkennen zuverlässig, ob sich Personen im Raum befinden, und schalten die Beleuchtung automatisch ein oder aus.

Während Bewegungsmelder bereits auf kleinste Bewegungen reagieren, registrieren Präsenzmelder auch die reine Anwesenheit. Hersteller für Sensoren bieten eine breite Palette an KNX-fähigen Geräten, die sich flexibel in bestehende Steuerungssysteme integrieren lassen. Auch in Kombination mit Funklösungen, etwa Casambi-fähigen Sensoren, lassen sich Bestandsinstallationen nachrüsten.

Das Einsparpotenzial ist erheblich: Studien und Herstellerangaben zeigen, dass in Bereichen mit intermittierender Nutzung wie Fluren, Sanitäranlagen oder Lagerräumen bis zu 70 % der Energie eingespart werden können. Gleichzeitig erhöhen die Systeme den Komfort, da Nutzer:innen sich nicht mehr um das Ein- und Ausschalten kümmern müssen.

Präsenz- und Bewegungsmelder sind ein kostengünstiger und schnell wirksamer Schritt, um die Effizienz einer Lichtpunktsanierung zu steigern.

Tageslichtregelung – natürliches Licht optimal nutzen

Natürliches Tageslicht ist die beste Lichtquelle – kostenlos, gesund und nachhaltig. Doch oft wird es nicht konsequent genutzt. Eine automatische Tageslichtregelung passt die Helligkeit der künstlichen Beleuchtung kontinuierlich an den aktuellen Tageslichteinfall an.

Moderne Leuchtensysteme kombinieren lichtstarke Sensoren mit dimmbaren LED-Leuchten. Das Prinzip: Je mehr Sonnenlicht den Raum erhellt, desto weniger Kunstlicht wird benötigt. Dadurch sinkt der Stromverbrauch erheblich.

Untersuchungen belegen: In Gebäuden mit hohem Fensteranteil lassen sich durch Tageslichtregelung zusätzliche 20–40 % Energie einsparen – unabhängig von der eingesetzten Steuerungstechnologie (DALI, KNX oder Funk). Neben der Effizienz trägt die gleichmäßige Helligkeit auch zum visuellen Komfort und Wohlbefinden bei.

Tageslichtregelung gehört zu den wirkungsvollsten Maßnahmen, um die Vorteile einer LED-Sanierung noch einmal deutlich zu steigern.

Zonierung und Szenensteuerung – Flexibilität im Alltag

Moderne Arbeits- und Lebenswelten verlangen nach Beleuchtung, die sich an verschiedene Situationen anpasst. Genau hier setzen Zonierung und Szenensteuerung an.

Bei der Zonierung werden Räume in unterschiedliche Bereiche mit separater Steuerung unterteilt – etwa Arbeitsplatz, Besprechungszone oder Verkehrsfläche. Jede Zone kann mit eigenen Sensoren und Lichtwerten betrieben werden. Sowie Funk- als auch verkabelte Systeme ermöglichen dabei eine einfache Gruppierung.

Die Szenensteuerung geht noch einen Schritt weiter: Vordefinierte Lichtstimmungen lassen sich per Tastendruck oder App abrufen. So können Besprechungen, Präsentationen oder Pausen mit optimalem Licht unterstützt werden. In Funk-basierten Systemen lassen sich Szenen sogar bequem über das Smartphone konfigurieren.

Zonierung und Szenensteuerung steigern nicht nur die Energieeffizienz, sondern erhöhen auch die Flexibilität und Nutzerfreundlichkeit der Beleuchtung im Alltag.

Tunable White und Human Centric Lighting – Licht für Wohlbefinden und Leistung

Licht beeinflusst nicht nur die Sicht, sondern auch das Wohlbefinden. Mit Tunable White lassen sich Farbtemperatur und Helligkeit dynamisch anpassen – von warmem Licht am Morgen bis zu kühlerem, aktivierendem Licht am Nachmittag.

Dieses Konzept wird auch als Human Centric Lighting (HCL) bezeichnet. Leuchtenhersteller bieten Lösungen mit Tunable-White-Technologie an, die über DALI oder Funklösungen wie Casambi gesteuert werden können.

Der Nutzen ist wissenschaftlich belegt: Dynamische Lichtverläufe können Konzentration und Leistungsfähigkeit fördern, den Schlaf-Wach-Rhythmus stabilisieren und das allgemeine Wohlbefinden verbessern. Auch wenn die Energieeinsparung hier nicht im Vordergrund steht, verlängert die automatische Anpassung die Lebensdauer der Leuchten durch bedarfsgerechten Betrieb.

Tunable White und HCL ergänzen eine Lichtpunktsanierung um den Faktor „Qualität“ – sie verbinden Effizienz mit spürbarem Mehrwert für die Menschen im Raum.

Integration in den Bestand

Bei Sanierungen sind meist Mischlösungen gefragt. Während in zentralen Bereichen eine DALI-Anbindung sinnvoll ist, können Nebenflächen mit Funklösungen ausgestattet werden. Wichtig ist, bereits in der Planungsphase die Schnittstellen und Erweiterungsmöglichkeiten mitzudenken. Diverse Hersteller bieten inzwischen Leuchten mit standardisierten Schnittstellen an, die später den Austausch oder die Nachrüstung von Sensoren und Kommunikationsmodulen erleichtern.

Eine Lichtpunktsanierung bietet die ideale Gelegenheit, nicht nur den Energieverbrauch durch LEDs zu reduzieren, sondern gleichzeitig die Möglichkeiten intelligenter Steuerung zu nutzen. Ob Funklösungen wie Casambi für einfache Nachrüstungen oder umfassende DALI- und KNX-Anbindungen in komplexen Gebäuden: Die Kombination von effizienter Lichttechnik und smarter Steuerung steigert die Energieeinsparung, verbessert den Nutzerkomfort und macht die Beleuchtung fit für die Zukunft.

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